{"id":2,"date":"2016-05-10T03:48:21","date_gmt":"2016-05-10T03:48:21","guid":{"rendered":"http:\/\/christian-papesch.de\/?page_id=2"},"modified":"2023-05-10T10:14:18","modified_gmt":"2023-05-10T10:14:18","slug":"sample-page","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/christian-papesch.de\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Das Ende der Welt beginnt an einem Sonntag. An so einem typischen, gottverdammten Sonntag, den du eigentlich nur auf eine von zwei Weisen verbringen kannst: Wenn du mit jemandem zusammen bist, bleibst du einfach im Bett. Lauschst den Regentropfen die auf der Dachfensterscheibe trommeln, w\u00e4hrend ihr Herz dazu die Pauke schl\u00e4gt. Bum-bum, bum-bum, bum-bum, ein melancholischer Punkrockbeat im Dreiviertel-Takt.<br>Du liegst einfach nur da, mit angenehm schweren Augen, w\u00e4hrend der Horizont drau\u00dfen in der wirklichen Welt die letzten Bissen des Tages verschlingt, und dabei scharlachrotes Licht quer \u00fcber den Himmel sabbert. Wenn du den Atem anh\u00e4ltst, kannst du das Zucken ihrer Glieder sp\u00fcren. Immer dann, wenn sie durch die schmale Luke zwischen Wachen und Schlafen f\u00e4llt. Grundlos. Bodenlos. Und du f\u00e4llst mit ihr.<br>Wenn Du nur mit dir selbst zusammen bist, schl\u00e4gst du um 14 Uhr 38 unsanft auf dem Laminatboden der Realit\u00e4t auf. Nachdem du eine gef\u00fchlte Ewigkeit lang versucht hast, dich vor ihrem schrillen Klingeln zu verkriechen \u2013 und dabei schlie\u00dflich \u00fcber die Grenzen deiner Matratze hinweggekrochen und aus dem Bett gefallen bist. Das Klingeln der Realit\u00e4t klingt wie Beethovens Neunte, die deine Tante Heidi in einem Anflug von Menschenhass irgendwann mal zum Rufton ihres steinzeitlichen Haustelefons gemacht haben muss. \u00a0<br><em>Dadadadadaaah dadadadadahhh<\/em><br>Du raffst dich auf, versuchst dem kleinen Mann mit dem gro\u00dfen Vorschlaghammer in deinem Kopf auszuweichen, und stolperst \u00fcber das halbvolle Glas Sauerl\u00e4nder Bockw\u00fcrste neben deinem Bett.<br><em>Dadadadadadadadadadadadah<\/em><br>Unbeeindruckt k\u00e4mpfst du dich durch den Flur weiter in Richtung Badezimmer, wobei du schlurfende Wurstwasserfu\u00dfabdr\u00fccke auf dem Lieblingsteppich deiner Lieblingstante Heidi hinterl\u00e4sst.<br><em>Dadadadadaaah<\/em><br>Im Badezimmer angekommen stellst du fest, dass der saure Geschmack von halb verdautem Whiskey Sour noch saurer wird, wenn man ihn mit Zahnpasta mischt.<br><em>Dadadadadahhh<\/em><br>Du erbrichst diese Erkenntnis leise wimmernd ins Waschbecken, schleppst dich ins Wohnzimmer und starrst missbilligend das gro\u00dfe, rote Telefon an, dass dich von dem modernen Edelstahltischchen aus anbr\u00fcllt.<br><em>Dadadadadadadadadadadadah<\/em><br><em>\u2026<\/em><br><em>Dadadadadahhh<\/em><br>Resigniert ergreifst du den H\u00f6rer. Er ist kalt und schwer.<br>\u201eHey Digga! Bist du wieder bei uns?\u201c<br>Du verfluchst den Tag deiner Geburt.<br>\u201eWie geht\u2019s eigentlich deinem Handy?<br>Einen Moment lang bist du von dieser Frage irritiert. Weil der halbe Amerikaner in dir bei einem HANDY zun\u00e4chst nicht ans Telefonieren denkt, sondern an Samantha Smith aus der High School. Samantha mit den weichen Lippen und den noch weicheren H\u00e4nden, mit denen sie\u2026<br>\u201eAls dir dein <em>Handy<\/em> gestern Nacht ins Pissoir gefallen ist\u2026,\u201c f\u00e4hrt die Stimme unbeirrt fort, \u201e\u2026 warst du da eigentlich ange<em>pisst<\/em>?\u201c Schallendes Gel\u00e4chter dr\u00f6hnt aus dem H\u00f6rer, das den kleinen Mann mit dem gro\u00dfen Vorschlaghammer zu neuen H\u00f6chstleistungen anspornt.<br>\u201eAber es gibt auch eine gute Nachricht! Willst du sie h\u00f6ren?\u201c<br><em>Nein! Nein, verdammt nochmal!<\/em><br>\u201eFr\u00fcher musstest du immer aufs Display gucken. Jetzt hast du alle Nachrichten direkt im Urin.\u201c<br>Du stellst fest, dass du das spiralf\u00f6rmige Telefonkabel mittlerweile so fest um deine rechte Hand gewickelt hast, dass es dir das Blut abschn\u00fcrt.\u201eHey, jetzt sag doch auch mal was!\u201c<br>Du atmest tief ein, unterdr\u00fcckst das Bed\u00fcrfnis, das altmodische Wahlscheiben-Telefon gegen die neumodisch greige-farbene Wand zu pfeffern, und schweigst stattdessen tapfer weiter.<br>\u201eBen?\u201c, fragt pl\u00f6tzlich eine andere Stimme. \u201eIst alles okay bei dir?\u201c Weniger nerv-t\u00f6tend. Mehr besorgt. Und dann: \u201eIch glaube, wir haben es gefunden!\u201c<br>Du reibst dir die Augen. Dein Mund ist so trocken wie guter Humor. Aber er hat keine Pointe.<br>\u201eSiehst du es auch?\u201c<br>Schales Tageslicht f\u00e4llt auf den kleinen Zettel, auf dem Tante Heidi <em>\u201edein unm\u00f6gliches Verhalten bei deiner Heimkehr um 6 Uhr heute Morgen!!!\u201c<\/em> anprangert \u2013 gleichzeitig aber auch auf \u201e<em>das gro\u00dfe St\u00fcck Schwarzw\u00e4lder Kirschtorte im K\u00fchlschrank\u201c<\/em> hinweist, <em>\u201edas unbedingt gegessen werden muss.\u201c<\/em> Als Gott deutsche Tanten erschuf, hatte er wahrlich einen gro\u00dfen Tag! Oder zumindest keinen Kater\u2026<br>\u201eEs ist riesig, Mann! Und ganz ehrlich\u2026 irgendwie gef\u00e4llt es mir nicht.\u201c<br><em>Wovon redet er?<\/em><br>\u201eWovon zum Teufel redest du?\u201c Du h\u00f6rst die Worte von den Felsw\u00e4nden deines Verstands widerhallen. Aber ihr Echo erreicht nie das Licht. Und deine Wirkliche-Welt-Stimme bleibt stumm.<br>\u201eWarte!\u201c Jetzt spricht wieder die erste Stimme. \u201eDas da soll es sein?\u201c Kurze Pause \u2013 gerade lang genug um auf eine m\u00f6gliche Antwort zu warten, und sie dann zu unterbrechen. \u201eDu willst mich doch verarschen!\u201c<br>Du schaust dich um. Nektarinenfarbenes Licht quillt durch die halb ge\u00f6ffneten Jalousien, und malt unwirkliche Schatten auf den Wurstwasser-verseuchten Teppich im Flur. Deine Augen wandern weiter durch den Raum, bis sie an dem altmodischen Telefon h\u00e4ngen bleiben, das wie ein Fremdk\u00f6rper auf einem ovalen Edelstahltischchen thront. Es scheint zu flackern. Ein loses Kabel im Schaltkreis der Realit\u00e4t.<br><em>Irgendwas stimmt nicht<\/em>, denkst du.<br>\u201eIrgendwas stimmt nicht mit dem Telefon,\u201c sagst du in den H\u00f6rer.<br>\u201eBen? Kannst du mich h\u00f6ren?\u201c Die Stimme klingt jetzt blechern, und deutlich weiter entfernt. Als w\u00fcrde Tante Heidis Wohnzimmer gerade durch einen Tunnel fahren.<br>\u201eIrgendwas stimmt nicht mit dem Telefon!\u201c, schreist du in den gro\u00dfen, roten Telefonh\u00f6rer.<br>\u201eI\u2026dwas \u2026immt\u2026 \u2026nicht,\u201c antwortet die Blechstimme.<br>\u201eIch rufe zur\u00fcck!\u201c, br\u00fcllst du, und knallst den gro\u00dfen, roten H\u00f6rer auf die gro\u00dfe, rote Gabel.<br>In diesem Moment wird die Welt schwarz.<br>\u201eW\u2026s \u2026um T\u2026fel\u2026 is\u2026 h\u2026r \u2026os?\u201c Du schreist, doch deine Stimme bricht ab. Als h\u00e4ttest du die Verbindung zur Wirklichkeit endg\u00fcltig verloren.<br>\u201eNa\u2026n? W\u2026 \u2026 los?\u201c<br>Statisches Rauschen f\u00fcllt deine Ohren. Deinen Kopf. Deinen Verstand. Dann ist die Leitung tot.<br>Als du die Verbindung zur Welt wiederherstellst, ist Tante Heidis Wohnzimmer verschwunden. Die W\u00e4nde und Fenster um dich herum sind verschwunden. Und der kleine Mann mit dem gro\u00dfen Vorschlaghammer in deinem Kopf ist ebenfalls verschwunden. Das einzige, was noch da ist, ist das gro\u00dfe, rote Telefon, das vor dir im Nichts zu schweben scheint. Es klingelt.<br><em>Dadadadadaaah<\/em><br>Du nimmst den H\u00f6rer ab.<br>\u201eDu hast mich gefunden\u201c, fl\u00fcstert eine Stimme am anderen Ende der Leitung.<br>Nur, dass die Stimme gar keine Stimme ist. Sie ist ein Kribbeln. Das Kribbeln von einer Million Spinnenbeinen auf dem H\u00f6hlenboden deines Verstands, auf der Flucht vor dem Lichtkegel einer gigantischen Taschenlampe. Gott, wie du Spinnen hasst! Diese kleinen, ekelhaften Biester mit ihren spindeld\u00fcrren Beinen und bizarr geformten K\u00f6rpern. Und sie bei\u00dfen!<br>\u201eIch bei\u00dfe nicht,\u201d fl\u00fcstert die Stimme die gar keine Stimme ist. \u201eEs sei denn, du willst, dass ich bei\u00dfe.\u201c<br>Du knallst den gro\u00dfen, roten H\u00f6rer wieder auf die gro\u00dfe, rote Gabel. Doch als du die Hand anhebst, hebt sich der H\u00f6rer mit ihr. Als ob er an deiner Hand festgeklebt sei. Oder schlimmer noch: Als ob der H\u00f6rer in Wahrheit deine Hand sei.<br>\u201eDu hast nach mir gesucht,\u201c fl\u00fcstert die Stimme aus deiner Telefonhand. Sie ist jetzt so klar, als w\u00fcrde ihr Besitzer direkt neben dir stehen. \u201eUnd du hast mich gefunden! Herzlich Willkommen in deinem sch\u00f6nsten Albtraum, Benjamin.\u201c<br><a href=\"https:\/\/christian-papesch.de\/?page_id=70\" data-type=\"page\" data-id=\"70\">more&#8230;<\/a><\/p><cite>Albtraumf\u00e4nger, Prologue<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns alignwide are-vertically-aligned-top is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende der Welt beginnt an einem Sonntag. 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