Der Regisseur sabotiert seinen Film

Explizite sexuelle Darstellungen, außergewöhnliche Geschichten und eine extreme Selbstreflexivität. Diese Eigenschaften sind es, die Joe Swanbergs Filme einzigartig machen.

Silver Bullets erzählt die Geschichte von zwei Filmregisseuren: Der eine frustriert von seinem Beruf und seinem Leben, der andere locker-lässig und erfolgreich im Geschäft. Als der Eine für seinen neuen Werwolffilm ausgerechnet die Freundin des Anderen als Hauptrolle castet, steht die Beziehung des Paars auf dem Spiel – und Eifersucht und Verzweiflung nagen immer schwerer am ohnehin schon letargischen Regisseur.

Art History erzählt die Geschichte eines Filmemachers, der einen erotischen Film über ein Liebespaar dreht, das von seiner Freundin und einem guten Freund dargestellt wird. Während der sehr intimen Szenen scheinen sich die beiden nicht nur im filmischen Universum näher zukommen, sondern auch in der realen Welt. Aus Eifersucht beginnt der Regisseur damit, seinen eigenen Film zu sabotieren.

von Sabrina Kurth und Christian Papesch

Rezension auf Bärlinale 2011

Rückkehr aus Rachsucht

Black Diamonds heißen jene Südafrikaner, die es nach dem Ende der Apartheid zu guten Jobs, großen Häusern und teuren Autos gebracht haben. Der Film State of Violence erzählt, wie einer von ihnen auf tragische Weise von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Eine Videorezension zu State of Violence kombiniert mit fotographischen Impressionen aus Johannesburg

Videorezension auf Bärlinale 2011

Drei Leben in einem Kino

Noch während der Abspann über die Leinwand läuft, brandet Beifall auf. Vereinzelte Bravo-Rufe und Pfiffe schallen durch den vollbesetzten Saal – und vereinen sich irgendwo in der Weite des Raumes mit dem Applaus. Derjenige, dem er vor allem gilt, wirkt in diesem Moment seltsam teilnahmslos. Starr sitzt er auf seinem roten Sessel und blickt auf die Leinwand – als müsse er den Abspann tatsächlich lesen, um zu wissen, wer an seinem Film mitgewirkt hat. Sollte Dominik Graf in diesem Moment lächeln, so bleibt dies im Halbdunkel des Kinos verborgen.

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Ein Kino mit Vorgarten

Medienkünstlerin Kika Thorne liebt das Lebendige. Im Untergeschoss des Berliner Filmhauses hat sie eine grüne Oase geschaffen. In ihrer Installation „A Bar ist a Garden ist a Café ist a Reading Room“ können sich Filmemacher und Zuschauer von der Berlinale-typischen Geschäftigkeit erholen – und inmitten von Pflanzen und Büchern über ihre Filmerlebnisse unterhalten.

Seit sechs Jahren wird im Forum Expanded Medienkunst ausgestellt. Video- und Installationskünstler tragen den Film von der Kinoleinwand in die Galerien und Lobbys Berlins. Begleiten Sie uns auf einen multimedialen Rundgang durch den außergewöhnlichen Vorgarten des Kino Arsenal.

Von Sabrina Kurth und Christian Papesch

Audioslideshow auf Bärlinale 2011

Familienelend – Elend Familie

Folge Mir erzählt das Leben und Leiden einer Familie. Das Schwarzweiß des Filmes, die Monotonie und Verzweiflung, mit denen sich die Charaktere konfrontiert sehen, werden durchbrochen mit strahlenden Super-8 Aufnahmen, die sich wie Projektionen eines besseren Lebens über die Figuren legen. Immer wieder stehen sich Glück und Hilflosigkeit gegenüber. Obwohl die Charaktere versuchen, ihrem Trott zu entfliehen, scheitern sie und zerbrechen letztlich an ihren Träumen.

Folge Mir fängt diesen Zwiespalt ein – fragmentarisch werden die Szenen zusammengesetzt, die Probleme und Gefühle der Figuren werden angeschnitten, aber weder konkretisiert noch zu Ende geführt. Vieles lässt sich nur erahnen. Zurück bleiben Verstörung und Irritation – bei den Figuren, aber auch beim Zuschauer. Johannes Hammel spricht große Themen an, die das Leben eines Jeden ausmachen: Liebe, Zuneigung, Träume. Gleichzeitig spielt er mit Extremen, erzählerisch wie filmisch, die beim Zuschauer oft mehr Fragen aufwerfen als Lösungen anbieten.

Von Sabrina Kurth & Christian Papesch

Videorezension auf Bärlinale 2011

Kinokunst

Zum sechsten Mal präsentieren Künstler aus 20 verschiedenen Ländern mehr mehr als 40 Film-, Installations- und Performanceprojekte, die an verschiedenen Orten in Berlin gezeigt werden. Kuratorin Stefanie Schulte-Strathaus zur Philosophie, die hinter diesem außergewöhnlichen Projekt steht.

Von Sabrina Kurth und Christian Papesch

Interview auf Bärlinale 2011